KI-generierte Bilder sind längst Teil unserer visuellen Alltagskultur geworden. Täglich werden sie millionenfach in sozialen Netzwerken geteilt, begegnen uns auf Zeitschriftencovern, in Galerien und auf Werbeplakaten. Doch war generative KI von Beginn an höchst umstritten. Wo manche von ungeahnten künstlerischen Möglichkeiten schwärmen, warnen andere vor der massenhaften Aneignung, Ausbeutung und Entwertung kreativer Arbeit durch die großen Tech-Firmen. Und nachdem der erste Hype um Dall-E, Midjourney & Co. abgeklungen scheint, rücken zunehmend die problematischen Seiten der Technologie in den Fokus: ihr massiver Ressourcen- und Energieverbrauch, ihre Tendenz, rassistische und sexistische Stereotype zu reproduzieren und sogar zu verstärken, oder auch die Gefahr massenhafter Desinformation. All diese und weitere Aspekte wollen wir im Seminar kritisch diskutieren - an konkreten Beispielen und auf Basis gemeinsamer Lektüren und Recherchen.
Wir wollen uns mit den konzeptuellen Grundlagen wie den medienkulturellen Voraussetzungen generativer KI vertraut machen, ihre unterschiedlichen Anwendungsfelder in den Blick nehmen und aktuelle Entwicklungen gemeinsam verfolgen. Bildwissenschaftliche Perspektiven darauf, wie generative KI unsere visuelle Kultur bereits verändert hat und weiter verändern wird, sollen dabei ebenso im Zentrum stehen wie die Frage danach, ob und wie ein reflektierter künstlerisch-gestalterischer Umgang mit diesen Technologien aussehen könnte.