Im Rahmen eines Forschungsstipendiums von Una Europa, ist Till Rückwart vom 15. April bis 13. Mai zu Gast bei Digital Cultures and Arts. Während des Aufenthalts wird er sich aktiv in den Forschungs- und Lehralltag an der Brückenprofessur einbringen. Parallel widmet er sich einem Teilprojekt seiner Dissertation, die das Verhältnis von Bugs, Plattformen und KI-Systemen aus einer künstlerisch forschenden und medienkulturwissenschaftlichen Perspektive untersucht.
In seinem Vorhaben plädiert er für ein radikales Umdenken des Konzepts des Computer Bugs. Ausgehend von einer Genealogie des Bug-Begriffs und seiner Anwendung in Technologien analysiert er u. a. aktuelle Entwicklungen auf digitalen Plattformen sowie Praktiken im Trainingsprozess von Machine Learning Systemen. Darauf aufbauend entwirft er eine methodische Perspektive, die Bugs nicht ausschließlich als zu behebende Fehler, sondern als Ausgangspunkt für kritische Nutzungsszenarien und subversive Praktiken begreift. Anstelle des klassischen Bug Fixing, schlägt er Bug Attunement vor, eine anti-institutionelle Praxis, mit der User:innen auf implizit schädliche und diskriminierende Plattformoperationen reagieren können. Im Kontext seines Teilprojekts experimentiert er mit alternativen filmischen Methoden, die Videoinhalte vor Delegitimierungsstrategien und unbefugter Rekontextualisierung auf Plattformen schützen sollen.
Till Rückwart ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Seminar für Kultur- und Medienmanagement am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin sowie Mitglied beim metaLAB (at) Berlin.